Bett, Schrank, Betbank, Tisch, verschraubt mit kulissenartigen Bögen: die spartanische

Einrichtung einer Kartäuserzelle als frei zugängliche Skulptur. Mit diesem im

Außenraum platzierten Innenraum stellt Stefan Alber die Idee der Klosterzelle auf den

Kopf. Den abgeschlossenen Raum des Mönchs und den darin eingemauerten Eremiten,

abgekapselt und als Implantat der Umgebung fremd, dieses Idealbild monastischer

Architektur, konfrontiert Alber mit der Geschichte des Ortes Karthaus. Einem zweiten

Implantat verdankt der Ort sein Weiterleben und heutigen Charakter: das Dorf Karthaus

überwucherte nach Aufhebung des Kartäuserordens das Fundament der Klostermauern.

Gemäß einer lokalen Legende erlangt ein eingemauerter Kartäusermönch seine Freiheit

erst nach der Zerstörung dieser Mauern durch die Brandkatastrophe, die Karthaus 1924

zur Ruine werden ließ, zurück. Schwarz verkohlt ist auch die Kulisse von Stefan Alber.

Doch atmet sie nicht den Brandgeruch der Katastrophe, sondern die Resilienz der nach

allen Seiten geöffneten Zelle als Projektionsfläche der freien Blicke auf Leben und

Geometrie des monastischen Implantats.